



Im Hochgebirge wirken gleich mehrere Dinge zusammen: Die Luft ist dünner und filtert weniger UV-Strahlung, und frischer Schnee reflektiert einen Großteil des Lichts. Deine Augen bekommen die Strahlung also nicht nur von oben, sondern auch von unten und von der Seite ab. Ohne passenden Schutz kann schon nach wenigen Stunden eine Schneeblindheit entstehen – eine schmerzhafte Entzündung der Hornhaut, die sich oft erst am Abend bemerkbar macht.
Kategorie 4: das dunkelste Sonnenglas
Sonnenbrillengläser werden in die Kategorien 0 bis 4 eingeteilt. Gläser der Kategorie 4 lassen nur noch 3 bis 8 % des sichtbaren Lichts durch und sind damit für extrem helles Licht gemacht, wie du es auf Gletschern, im Firn und auf Hochtouren findest. Die meisten Modelle in unseren Gletscherbrillen gibt es mit einem solchen Glas, etwa Julbo Spectron 4 oder Alti Arc 4, Evil Eye space oder Oakley Prizm Black Iridium Snow.
Kategorie 3 oder 4?
Für Wanderungen unterhalb der Schneegrenze, Skitouren bei wechselndem Licht oder das Klettern im Fels reicht meist ein Glas der Kategorie 3 (8 bis 18 % Lichtdurchlass). Sobald du über längere Zeit auf Schnee oder Eis in großer Höhe unterwegs bist, ist Kategorie 4 die richtige Wahl. Wer beides abdecken möchte, greift zu einem selbsttönenden Glas: Julbo REACTIV 2–4 oder Evil Eye VARiO passen die Tönung automatisch an das Licht an.
Seitenschutz und Passform
Weil das Licht auch seitlich einfällt, haben Gletscherbrillen große, stark gebogene Gläser oder einen seitlichen Schutz. Der Klassiker ist die Julbo Vermont Classic mit runden Gläsern und Seitenschutz aus Leder. Sportlicher sind Modelle wie die Julbo Montebianco 2 oder die Julbo Shield mit großen, stark gebogenen Gläsern. Die Evil Eye elate extreme kannst du zusätzlich mit Kopfband tragen. Achte darauf, dass die Brille auch unter Mütze oder Helm fest sitzt und kein Licht zwischen Glas und Gesicht durchlässt.
Polarisiert am Gletscher?
Ein Polarisationsfilter nimmt die Spiegelungen auf Schnee, Eis und Wasser weg und macht das Sehen ruhiger. Viele Bergsteiger schätzen das. Ein Nachteil: Eisflächen und vereiste Stellen lassen sich mit polarisierten Gläsern manchmal etwas schlechter erkennen. Auf Hochtouren mit viel Blankeis ist ein nicht polarisiertes Glas der Kategorie 4 daher eine gute Wahl.
Nein. Gläser der Kategorie 4 sind so dunkel, dass sie für den Straßenverkehr nicht geeignet sind – das steht auch im Hinweis des Herstellers. Setz die Gletscherbrille für die Fahrt ab und nimm eine Sonnenbrille der Kategorie 2 oder 3. Bei selbsttönenden Gläsern gilt: Sobald das Glas Kategorie 4 erreichen kann, ist es für das Autofahren nicht zugelassen.
Für kurze Abschnitte auf Schnee, bei Bewölkung oder unterhalb der Schneegrenze meist ja. Für lange Tage auf dem Gletscher, im Firn oder in großer Höhe empfehlen wir Kategorie 4 oder ein selbsttönendes Glas, das bis Kategorie 4 abdunkelt.
Schneeblindheit ist ein Sonnenbrand der Hornhaut durch UV-Strahlung. Typisch sind Brennen, Fremdkörpergefühl, Lichtempfindlichkeit und tränende Augen – oft erst einige Stunden nach der Tour. Eine Gletscherbrille mit Kategorie-4-Gläsern und seitlichem Schutz beugt dem vor.
Ja. Viele Modelle von Julbo, Evil Eye und Oakley verglasen wir direkt in deiner Sehstärke. Welche Modelle das sind und welcher Stärkenbereich möglich ist, findest du weiter unten und in unseren Gletscherbrillen mit Sehstärke.
Ein selbsttönendes (photochromes) Glas wird im hellen Licht dunkler und bei weniger Licht wieder heller. Am Berg ist das praktisch, weil du zwischen Wald, Fels und Gletscher nicht die Brille wechseln musst. Julbo REACTIV 2–4 zum Beispiel reicht von Kategorie 2 bis Kategorie 4.
Spül Staub und Salzkristalle zuerst mit lauwarmem Wasser ab und trockne die Gläser dann mit einem sauberen Mikrofasertuch. Nicht trocken reiben, sonst können feine Kratzer entstehen. Bewahre die Brille im Etui auf, damit Gläser und Seitenschutz im Rucksack nicht leiden.
Gerade am Gletscher solltest du scharf sehen – beim Spuren, am Seil und beim Einschätzen von Spalten. Viele Gletscherbrillen bekommst du bei uns deshalb auch in deiner Sehstärke. Welche Variante möglich ist, hängt vom Modell ab:
Direktverglasung: Das Sonnenglas wird in deiner Sehstärke gefertigt und direkt in die Fassung eingesetzt. Das ist die eleganteste Lösung, weil nichts zusätzlich im Sichtfeld sitzt. Bei Julbo hängt der mögliche Stärkenbereich vom Modell ab, zum Beispiel:
Auch die Oakley Clifden und die Evil Eye Modelle elate extreme, elate.o pro und stormline pro verglasen wir direkt. Die klassische Vermont Classic mit Lederseitenschutz gibt es dagegen nur ohne Sehstärke.
Clip-In: Bei den genannten Evil Eye Modellen ist zusätzlich ein optischer Clip möglich. Er sitzt hinter dem Sonnenglas und trägt deine Korrektionsgläser – so kannst du die Sonnengläser wechseln, ohne neue Gläser in Sehstärke zu brauchen. Welcher Clip zu welcher Brille passt, siehst du in unserer Clip-In-Liste für Evil Eye.
Alle Modelle, die du in deiner Sehstärke bestellen kannst, findest du unter Gletscherbrillen mit Sehstärke. Deine Werte gibst du einfach aus deinem Brillenpass an – wie du ihn liest, erklären wir in unserem Ratgeber Brillenpass verstehen. Mehr zu den Verglasungsarten findest du unter Sportbrillen mit Sehstärke.